Das schlechte Gewissen plagt dich? Die Sportschuhe stehen schon viel zu lange unbenutzt unter der Couch? Das Buch das du schreiben wolltest, existiert noch immer nur in deinem Kopf? Und das mit der kalten Dusche um 7 in der Früh klappt auch noch nicht so? Höchste Zeit, für einen Motivationsschub!

Grundsätzlich muss man sich eingestehen, dass Motivationsfaktoren von Person zu Person verschieden sind. Jeder Mensch tickt anders! Allerdings hilft es, von den ganz Großen zu lernen. Was treibt die Superstars, Athleten und Spitzenmanager unserer Zeit an, Tag für Tag Höchstleistungen zu bringen? Wir haben bei den Experten nachgefragt! Im Interview teilen Michael von Kunhardt (Experte für Spitzenleistungen im Business & Sport), Frederik Malsy (Speaker, Inspirations-Experte und Schauspieler), Florian Wildgruber (Lebenstraumfänger, Triathlet) und Dr. Gerhard Schwarz (Speaker, Dozent, Autor) ihre Erfolgsgeheimnisse. Die erste Frage, die wir stellen bezieht sich auf Motivation und vor allem, wie man sich überwindet, wenn man mal keine Lust hat.

Wie motiviere ich mich, wenn ich mal überhaupt keine Lust habe oder es einfach mal nicht so läuft, wie ich will?

Michael von Kunhardt: Das geht jedem mal so. Was ich persönlich mache, ist mich auf das positive Erfolgserlebnis zu konzentrieren. Zum Beispiel das Thema Gesundheit und Fitness: ich betrachte das Thema einfach wie Betriebswirtschaft. Wie viel Zeit muss ich investieren, damit es mir dann wieder gut geht und ich mich einfach super fühle? Ich komme auf eine Stunde Laufen, damit es mir dann wieder für 24h gut geht. Das ist es mir wert und das motiviert mich, auch wenn ich mal keine Lust habe. Ganz nach dem Sprichwort: “No pain, no gain.”

Frederik Malsy: Natürlich gibt es Situationen, in denen es einfach einmal nicht so gut läuft. Mein Motto ist: “Erwarten Sie das Unerwartete!” Es werden einem immer wieder einmal Steine in den Weg gelegt. Man muss lernen, mit dieser Tatsache umzugehen, ohne sich entmutigen zu lassen. Wenn Sie sich mit einem Bereich beschäftigen, den Sie verbessern möchten – sei es im persönlichen Bereich oder im Beruf – geht das einfach oft nicht von heute auf morgen. Was mir hilft, motiviert zu bleiben, ist, das große Zielbild immer vor Augen zu haben. Ich erinnere mich immer wieder: Warum mache ich das? Was ist das große Ziel dahinter? Und welchen Nutzen kann ich erreichen? Genau darüber spreche ich auch in meinen Vorträgen wie Inspiration statt Irritation. Besonders in Veränderungsprozessen, ist es immer wichtig ein starkes “Warum” zu haben. Das ist die Antriebskraft und Motivation.

Wie sehr können ein gesunder Lebensstil und Motivation zur Gewohnheit werden? Welche Rolle spielen Alltagsgewohnheiten?

Dr. Gerhard Schwarz: Die Frage nach dem Rhythmus ist eine ganz zentrale Frage der menschlichen Existenz. Es geht um ein Ausbalancieren des Gegensatzes von Ordnung und Freiheit. Gehe ich immer den selben Weg? Habe ich immer den gleichen Rhythmus; immer die gleichen Gewohnheiten? Fühle ich mich zwar sicher, bin aber eingeengt in Zwänge?  Auf der anderen Seite: Mach ich immer was Neues, muss sich mein Gehirn immer wieder umstellen; ich fühle mich unsicher, bin ängstlich, habe zwar mehr Freiheit, aber auch viel mehr Ängste. Es ist die Frage: tausche ich Freiheit gegen Sicherheit oder Sicherheit gegen Freiheit? Und hier ist die Balance, was das Glück des Menschen ausmacht.


Michael von Kunhardt: Natürlich kann man sich an bestimmte Muster gewöhnen; der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn man sich ein neues Verhalten angewöhnen will, braucht man etwa 7-10 Tage, bis sich das Gehirn umstellt – danach ist es einfacher. Um mich zum Beispiel prinzipiell gesund zu halten, mache ich das so: Ich integriere einfach kleine Gewohnheiten in den Alltag: ich vermeide Aufzüge bis in den 4. Stock, ich parke das Auto bei Terminen lieber weiter weg, wenn das Telefon läutet stehe ich immer auf, ich binde mir die Schuhe nur im Stehen, ich putze die Zähne in der Abfahrtshocke. Außerdem achte ich darauf alle 48 Stunden einen Ausdauer-Impuls zu setzen; in meinem Fall ist das Laufen. Es kann aber auch Schwimmer oder Radfahren sein.

Wir sprechen viel über Fitness und Sport im persönlichen Bereich: Gibt es auch etwas, das Businesses von Sportlern lernen können? Welche Tipps kann man ins Berufsleben mitnehmen?

Michael von Kunhardt: Sehr viel! Zum Beispiel, die Siegermentalität. Erfolgreiche Sportler haben  den Erfolg und ihre Ziele ständig vor Augen. Das geht einerseits durch Visualisierung des positiven Ausgangs. Eine andere erfolgreiche Strategie ist die Verschriftlichung. Ich kenne Sportler, die schon am Tag vor dem Wettkampf ihre Presseaussendung schreiben, in dem sie ihren Erfolg beschreiben; ein Artikel der dann am Tag nach dem Wettkampf sofort rausgehen kann. Diese Siegermentalität ist auf jeden Fall auch im Berufsleben anzuwenden. Es gibt fast niemanden, der von mentalem Training nicht profitieren kann.


Wer könnte nicht vom eisernen Willen und der Motivation eines Olympiasiegers profitieren? In diesem Sinne: volle Motivation voraus! Wir sind inspiriert!